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| Einleitung |
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Zur Beurteilung der Standsicherheit von hohen Böschungen, beispielsweise an Verkehrswegen, an Dämmen oder an Tagebaugruben, sowie
von Stützkonstruktionen und Ufereinfassungen wird in zunehmendem Maße neben der rechnerischen Untersuchung nach DIN 4084 auch die
Beobachtungsmethode gemäß DIN 1054 und Eurocode 7 angewendet. Eventuelle Bewegungen der Böschung – insbesondere Kriecherscheinungen
– sollen mit geotechnischen Messmethoden frühzeitig erkannt werden, um anhand eines vorsorglich erstellten Programms von Gegenmaß-
nahmen mögliche Schäden abzuwenden oder zumindest zu begrenzen. Vom Institut für Grundbau, Bodenmechanik und Energiewasserbau (IGBE)
der Leibniz Universität Hannover werden für solche Beobachtungen vorzugsweise mobile Inklinometer verwendet. Um Böschungsbewegungen
zuverlässig und frühzeitig zu erkennen, sind Angaben zur Messunsicherheit des Verfahrens und besondere Auswertungen mit statistischen
Methoden erforderlich.
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Messverfahren |
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Mit den üblichen geodätischen Messverfahren wie Nivellement und Triangulation können nur die Bewegungen an der Böschungsoberfläche
erfasst werden. Bei Bewegungen von Böschungen treten jedoch auch Deformationen in tieferen Bodenschichten (Gleitzonen) auf.
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| Abb. 1: Böschungsquerschnitt mit Messkanälen und prinzipieller
Darstellung des Messsystems |
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Daher werden häufig im Böschungsbereich Hohlprofile als Messkanäle in Bohrungen annährend lotrecht eingebaut. Die Lage der Messkanäle
im Raum wird mit einer Sonde, dem Inklinometer, vermessen. Messkanäle in Böschungen sind möglichst tief bis in solche Bodenschichten
zu führen, in denen keine Deformationen erwartet werden, damit der Messkanalfuß für die Auswertungen als Festpunkt angenommen werden
kann. Andernfalls wird bei jeder Inklinometermessung auch eine geodätische Bestimmung der Lage des Messkanalkopfs erforderlich.
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Auswertung |
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Abb. 2 zeigt die Ergebnisse von Inklinometermessungen, die zur Überwachung der Standsicherheit einer Böschung durchgeführt wurden.
In der Böschung befinden sich im Abstand von jeweils 50 m fünf Messkanäle. Nach der Nullmessung (hier gemittelt aus zwei unabhängigen
Messungen) wurden im Beobachtungsjahr pro Messkanal sechs Wiederholungsmessungen durchgeführt. Dabei ergaben sich gegenüber der
Nullmessung die im Abb. 2 abhängig von der Messkanaltiefe dargestellten Abweichungen.
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Abb. 2 (links): Abweichungen von 30 Wiederholungsmessungen,
abhängig von der Messkanaltiefe (Beobachtungszeitraum ein Jahr)
Abb. 3 (rechts): Vertrauensbereiche zufälliger Abweichungen zwischen Wiederholungsmessungen und Nullmessungen (berechnet auf der Basis von 80
Wiederholungsmessungen) |
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Auf der Basis der in Abb. 2 gezeigten Messergebnisse sowie weiterer Inklinometermessdaten aus
vergleichbaren Projekten des IGBE können statistische Modellierungen der zufälligen Fehler vorgenommen werden. Dafür werden die Normal- bzw.
t-Verteilung sowie das Fehlerfort- pflanzungsgesetz von Gauss verwendet und Schätzbereiche (Vertrauensbereiche) für gewählte Wahrscheinlichkeiten
p ermittelt. Die zufälligen Abweichungen einer Wiederholungsmessung in Bezug auf die Nullmessung sind mit der Wahrscheinlichkeit p innerhalb
des zugehörigen Vertrauensbereichs zu erwarten. Bild 3 zeigt ein Ergebnis dieser Auswertungen.
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Beispiel |
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In Abb. 4 sind grafisch die Ergebnisse von an einer mit verankerten Spundwänden gesicherten Fließgewässerböschung durchgeführten
Inklinometermessungen dargestellt.
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Abb. 4: Ergebnisse einer Vertikalinklinometermessung |
Literatur |
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Blümel, W.; Heinemann, M.; Nachtigall, T.: „Analyse der Böschungsbewegungen und Sicherungsmaßnahmen für eine Bundesstraße neben einer Fließgewässerböschung“,
interner Forschungsbericht für die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hannover, 2005
Blümel, W.; Lierse, J.: „Verformungen an einem Schlitzwandschacht mit großem Durchmesser", VDI-Berichte 1196, VDI verlag GmbH, Düsseldorf, 1995
Blümel, W.; Düser, O.; Celis, E.: „Auswertung von Inklinometermessungen zur Böschungs-überwachung", Tiefbau-Ingenieurbau-Straßenbau, Heft 7, 1991
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