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| Einleitung |
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Oberflächenabdichtungen von Deponien bestehen in der Regel aus mehreren Erd- und Geokunststoffen, die schichtweise übereinander
angeordnet sind. Bei geneigten Schichtsystemen ist im Hinblick auf die Standsicherheit eine zuverlässige Ermittlung der in den
Kontaktflächen zwischen den einzelnen Erd- und Geokunststoffen übertragbaren Reibungskräfte von besonderer Bedeutung. Abb. 1 zeigt
exemplarisch eine derartige Kontaktfläche nach einer Rutschung.
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| Abb. 1: Rutschung eines Deponieoberflächenabdichtungssystems
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Die für den Standsicherheitsnachweis erforderlichen Rechen- bzw. Bemessungswerte der Rei-bungsparameter zwischen den Erd- und
Geokunststoffen müssen experimentell mit Rahmenscher-versuchen ermittelt werden. Zur Erzielung qualifizierter Ergebnisse sind diese
Versuche nach den Regeln gemäß der GDA Empfehlung E 3-8 (09/ 2005) sowie gemäß der DIN 18137-3 (09/2002) in fachtechnisch richtiger
Weise durchzuführen. Abb. 2 zeigt ein Großrahmenschergerät mit vertikal verschiebbarem oberen Rahmen, welches in der Normung als
Standardprüfgerät für derartige Untersuchungen empfohlen wird.
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Aus den Versuchsdaten werden die Reibungsparameter mit einer Grenzzustandsbedingung bzw. Grenzzustandsgleichung, die den Zusammenhang zwischen
Reibungsspannung t und Normalspannung s
erfasst, ermittelt. In Abb. 3 sind drei mögliche Ansätze für die Grenzzustandsgleichung aufgeführt.
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Abb. 2: Großrahmenschergerät mit vertikal verschiebbarem oberen Rahmen
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Abb. 3: Ansätze für die Grenzzustandsbedingung
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Versuche unter Vergleichsbedingungen |
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Gemäß GDA E 3-8 (09/2005) sind für im Rahmen von Standsicherheitsuntersuchungen durchzuführende Reibungsversuche zwei voneinander
unabhängige Prüfinstitutionen einzuschalten. Die Versuche sollen unter jeweils gleichen Prüfbedingungen, sogenannten Vergleichsbedingungen,
durchgeführt werden, um dann an Hand aller Ergebnisse auf der sicheren Seite liegende Rechenwerte der Reibungsparameter ableiten zu können.
In Abb. 4 sind Ergebnisse solcher Vergleichsuntersuchungen von zwei Institutionen dargestellt. Die Reibungsspannungs-Verschiebungslinien sind
zwar prinzipiell ähnlich, unterscheiden sich jedoch im Niveau der Reibungsspannung. Die Unterschiede sind größer als die für derartige
Reibungs-kontaktzonen üblicherweise zu erwartende Streubreite von Messergebnissen. Da alle Messwerte eines Labors zudem einseitig von den
jeweiligen Vergleichswerten des zweiten Labors abweichen, ist zu vermuten, dass sich in mindestens einer der beiden Versuchsreihen ein
systematischer Sondereinfluss nicht identifizierter Art auf die Versuchsergebnisse ausgewirkt hat.
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Abb. 4: Ergebnisse von Reibungsuntersuchungen von zwei verschiedenen Prüfinstitutionen
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Einflüsse auf die Messergebnisse |
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Um die Auswirkungen verschiedener Einflüsse auf die Messergebnisse von Reibungsversuchen zu untersuchen, wurde ein umfangreiches
Versuchsprogramm konzipiert. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen liegen derzeit zu folgenden Einflüssen vor:
- Qualität des angelieferten Probenmaterials,
- Prüfkörperzuschnitt,
- Prüfseitenanordnung,
- Spalteinstellung,
- Gewichtskraftkompensation des oberen Rahmens.
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Abb. 5: Einfluss der Prüfseitenanordnung zweier Geokunststoffe mit visuell gleich erscheinenden Ober- und Unterseiten auf die Ergebnisse
von Reibungsversuchen
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In Abb. 5 sind exemplarisch die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher Prüfseitenanordnungen zweier Geokunststoffe
dargestellt, die beide jeweils visuell gleichartige Ober- und Unterseiten aufweisen. Tabellarisch sind die bisherigen Ergebnisse der o.g.
Untersuchungen in Abb. 6 zusammengefasst.
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Abb. 6: Zusammenstellung der Auswirkungen verschiedener Einflüsse auf die Ergebnisse von Reibungsversuchen
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Bisherige Erkenntnisse und Folgerungen |
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• Versuchsdurchführungen, Versuchsauswertungen und Versuchsberichte müssen den Vorgaben der Empfehlung GDA E 3-8 entsprechen.
• Mängel des zu prüfenden Geokunststoffs (Verunreinigungen, Beschädigungen, fehlende Beschriftung der Prüfseite und der Prüfrichtung) sowie
gerätetechnische und verfahrenstechnische Effekte im Versuch sind zu beachten, da sich diese erheblich auf die Messwerte der Reibung und somit
auf das Reibungsverhalten und die Reibungsparameter auswirken können.
• Die für das Bauvorhaben verantwortlichen Sonderfachleute für Geotechnik und Geokunststoffe müssen diese Effekte nach Prüfung der jeweiligen
Randbedingungen durch Festlegung angemessener Sicherheitszuschläge berücksichtigen.
• Nur bei sehr gründlicher Qualitätskontrolle und Materialprüfung sowie bei qualifizierten und auf die Verhältnisse in situ abgestimmten
experimentellen Reibungsuntersuchungen sind Zuschläge bei den Sicherheitsbeiwerten verzichtbar.
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Literatur |
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Blümel, W.; Brummermann, K.: „Standsicherheit von Dichtungssystemen – Theoretische und experimentelle Untersuchungen“, 12. Fachtagung
„Die sichere Deponie - Abdichtung von Deponien und Altlasten mit Kunststoffen", 1996, Würzburg
Blümel, W.; Stoewahse, C.: „Nachweise zur Standsicherheit von Dichtungssystemen auf geneigten Flächen“, 14. Fachtagung „Die sichere Deponie -
Abdichtung von Deponien und Altlasten mit Kunststoffen", 1998, Würzburg
Blümel, W.; Stoewahse, C.; Dixon, N.; Kamugisha, P.; Jones, D. R. V: „British-German Cooperative Research on Geosynthetic Friction Testing Methods“,
2nd European Geosynthetics Conference EuroGeo, 2000, Bologna
Blümel, W.; Heinemann, M.: „Zur Berücksichtigung von Adhäsion in Standsicherheitsnachweisen für geneigte Oberflächenabdichtungen mit Geokunststoffen“,
20. Fachtagung „Die sichere Deponie - Abdichtung von Deponien und Altlasten mit Kunststoffen", 2004, Würzburg
Blümel, W.; Heinemann, M.: „Zur Standsicherheit von Dichtungssystemen auf Böschungen“, 23. Fachtagung „Die sichere Deponie - Abdichtung von Deponien
und Altlasten mit Kunststoffen", 2007, Würzburg
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