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IGBE, Leibniz Universität Hannover

Untersuchungen zum Ansatz der Baugrundsteifigkeit bei der gesamtdynamischen Berechnung von Windenergieanlagen
Dipl.-Ing. Arne Quast

Für die Ermittlung der für Ermüdungsnachweise relevanten Bauteilbeanspruchungen muss für Windenergieanlagen (WEA) das dynamische Verhalten des aus Rotor, Turm und Gründung bestehenden Gesamtsystems simuliert werden („gesamtdynamische“ Berechnung). Die Gründung wird in der Regel durch Momentenfeder- und –dämpferelemente berücksichtigt, wobei die Feder- und Dämpferkonstanten vom Schubmodul und der Querkontraktionszahl des Baugrunds abhängen.
Der Baugrund wird in der gesamtdynamischen Betrachtung in aller Regel durch einfache Ersatzfedern und –dämpfer berücksichtigt (Abb. 1).

Abb. 1: Ansatz der Baugrundsteifigkeit als Ersatzfeder und -dämpfer

Entscheidender Parameter für die Ersatzfedern ist der dynamische Schubmodul G bzw. der dynamische Steifemodul. Bislang wird für WEA der für sehr kleine Dehnungen gültige dynamische Schubmodul Gmax angesetzt. Inzwischen wird aber diskutiert, ob dies für Lasten aus Windböen, die über mehrere Sekunden andauern, zulässig ist, und ob nicht konservativ mit „statischen“ Baugrundsteifigkeiten zu rechnen ist (diese sind um Faktoren 5 bis 10 kleiner!). Die Abhängigkeit des Schubmoduls und der Dämpfung von den auftretenden Dehnungen ist in Abb. 2 dargestellt.
Die zu beantwortende Frage ist also, welche Feder- und Dämpferkonstanten im Ersatzsystem anzusetzen sind, bzw. welcher dynamische Schubmodul zu berücksichtigen ist.

Abb. 2: a) Abnahme des Schubmoduls in Abhängigkeit von der Schubverzerrung, b) Zunahme der Dämpfung in Abhängigkeit von der Schubverzerrung, [Smoltczyk, 2001]

Am IGBE werden hierfür sowohl zwei- als auch dreidimensionale Finite Elemente-Berechnungen mit den Programmen PLAXIS und ABAQUS durchgeführt. Die Anpassung des Schubmoduls in Abhängigkeit der Dehnung wird dabei iterativ berücksichtigt (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Verschiebung für Fundament unter dynamischer Horizontalkraft


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